WERKZEUG - BLOG mit SHOPFUNKTION zum Thema Kernbohren und Bohrtechnik


Hier entsteht nach und nach Unser neuer Werkzeug-Blog-Shop rund um das Thema Kernbohrarbeiten, das benötigte Werkzeug, Befestigungstechniken, Tips und Tricks.

Für alle die Handwerklich etwas geschickt sind und sich selbst kleinere Ausführungen zutrauen gebe Ich hier wertvolle Tipps und Erfahrungsberichte weiter. Ebenfalls stelle ich euch hier Maschinen vor mit denen Ich selbst arbeite, und mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.

 

Einige Werkzeuge, Bohrmotoren, Bohrständer Zubehör etc. werde ich hier verlinken. Ich arbeite auf dieser Seite mit Partner-Links zu Amazon und anderen seriösen Plattformen auf denen Ihr die Produkte zu möglichst günstigen Preisen kaufen könnt. Hierbei entstehen für euch keinerlei Mehrkosten! Lediglich erhalte ich hier für die Arbeit die ich in diesen Blog stecke eine kleine Provision.


Eine Kernbohrung selbst machen, ganz einfach wenn man folgende drei Regeln beachtet:

 

  • Regel Nr.1: Keine Angst vor schweren Maschinen! Nahezu alle neueren Modelle besitzen eine Antirutschkupplung und einen Sanftanlauf. 
  • Regel Nr. 2: Kaufe kein billiges Baumarktwerkzeug. Denn wie so oft bestätigt sich das alte Sprichwort "Wer billig kauft, kauft zwei mal" !
  • Regel Nr. 3: Achte stets auf Sicherheit beim arbeiten! Fester sitz der Maschine beim Ständergeführten bohren, fester Stand beim arbeiten & Schutzausrüstung tragen!

Und los geht´s:

Was brauche ich überhaupt alles?

Viele Leute denken dass man sich "mal schnell" ein Kernbohrgerät beim örtlichen Werkzeugverleih ausborgt, und man "mal eben schnell" 2 Bohrungen selbst erledigen kann. Doch oftmals wird man um so schneller auf den Boden der bitteren Realität zurück geholt. Denn es stellt sich immer wieder heraus damit man noch viel mehr Werkzeug benötigt als gedacht. Aber dafür erstelle ich für euch hier diesen Blog.

Als erstes brauchst Du natürlich die richtige Kernbohrmaschine, ggfls. Bohrständer, die richtigen Bohrkronen mit dem entsprechenden Durchmesser. Dann brauchst Du natürlich noch einen Sauger Nass- &/oder Trocken. Auf den richtigen Sauger gehe ich später ein.

 

Der Bohrmotor, welcher ist der richtige? Das kommt immer darauf an was man vor hat. Für die verschieden Ausführungsmöglichkeiten möchte ich euch zunächst diverse Kernbohrgeräte vorstellen.

Kernbohrungen welche nicht besonders exakt gerade, oder in einem bestimmten Winkel gebohrt sein müssen, zum bohren in Mauerwerk, Sandstein, Hohlblocksteine, Ytong-Steine, Bimsstein etc. bis zu einem Bohrdurchmesser von 130-160mm kann man einen handgeführten Trocken-Bohrmotor mit Staubabsaugung verwenden.

Hierbei habe ich zu Anfangs mit den Herstellern Eibenstock und Baier gute Erfahrungen gemacht, sie haben ein besonders gutes Preis/Leistung Verhältnis. Für gelegentliche Bohrarbeiten auf der Baustelle, beim renovieren oder Umbau in Eigenregie, oder zum Steckdosensenken sind diese Hersteller absolut zu empfehlen.

Wichtig: Man sollte um Gerät & Material zu schonen nach Möglichkeit die Bohrmotoren und Bohrständer immer etwas leicht überdimensioniert wählen! Somit ist stehts einfacheres und schonendes arbeiten für Mensch und Maschine möglich!


Als erstes möchte ich euch die drei "kleinen" vorstellen. Das kraftvolle Eibenstock Kernbohrgerät EHD 1801 hat eine M16 Aufnahme für Dosensenker. Mit einem Absaugadapter in Verbindung mit der 1 1/4 Zoll Werkzeugaufnahme sind jedoch auch Bohrungen bis 250mm(!!!) in Mauerwerk möglich. Meine persönliche Empfehlung ist es jedoch nur bis max. 160mm ohne Bohrständer zu bohren!

Als Dosensenker, gerne auch von Elektrikern benutzt, kann ich zum Kauf die Eibenstock EHD 1500 als Komplettset, als auch die Baier BDB 822A ebenfalls als Set mit Bohrkronen nahe legen.


Jetzt möchte ich euch die nächst größeren Bohrmotoren vorstellen für Bohrdurchmesser bis knapp unter 200mm . Mit diesen Geräten kann man Bohrungen in Mauerwerk im Trockenbohrverfahren, sowie in Beton / Stahlbeton im Nassbohrverfahren mit Wasser herstellen.

 

Die Eibenstock ETN 162/3 (3 = 3 Gänge) kann frei Hand, als auch Ständergeführt genutzt werden. Diese war auch mein erster eigener Bohrmotor mit dem ich die ersten beiden Jahre nahezu jeden Tag gebohrt habe, und rückblickend absolut zufrieden war. Mit einem Preis von unter 1000€ ein super Preis/Leistung Verhältnis! 

Bei Bedarf gibt es diese Maschine auch gleich als Komplettes Set mit passendem Bohrständer, den gängigsten Bohrkronen, Befestigungsmaterial & Wasserbehälter zum Pumpen. Als Set meine Top Empfehlung!

 

Die andere Kernbohrmaschine mit welcher ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht habe war die für Freihandbetrieb etwas leichtere mit nur ca. 5Kg, die 2 Gang BOSCH GDB 180 WE Diamantbohrgerät, die auch zum Nass- & Trockenbohren bis max. 180mm geeignet ist. Will man den ebenfalls guten BOSCH Bohrmotor Ständergeführt betreiben, so benötigst Du hier einen Bohrständer mit Spannhalsaufnahme, welchen ich Dir hier ebenfalls verlinken werde. Beide Komponenten wiegen zusammen nur rund 15KG welches das arbeiten gerade bei hohen Bohrungen unter der Decke extrem erleichtert.

 

Beim Freihandbohren ist es ebenfalls wichtig einen Zentrierbohrer zu benutzen. Hierbei wird der Zentrierdorn mit Bohrer innen durch die Bohrkrone in die Werkzeugaufnahme gesteckt.

Hierbei gehe ich wie folgt vor: Bohrlochmitte auf Wand anzeichnen und mit einem 8mm Steinbohrer vorbohren. Zentrierbohrer in Bohrkrone befestigen, jetzt Kann die Kernbohrmaschine exakt mittig angesetzt werden. Mit niedriger Drehzahl anfangen zu bohren, bis die Segmente der Bohrkrone in der Wand verschwunden sind. Die Maschine absetzen, und Zentrierbohrer entnehmen. Kernbohrgerät wieder ansetzen, und Bohrung fertigstellen.

Den passenden Zentrierbohrer könnt Ihr ebenfalls unten verlinkt finden.


Jetzt kommen wir zu den großen Jungs!

Als nächstes befassen wir uns mit Diamantbohrgeräten mit denen Bohrungen im Bereich bis 350/400mm Durchmesser möglich sind. Die Motoren sind für die Verwendung mit Spülwasser ausgelegt, sollten jedoch Bohrungen in Mauerwerk benötigt werden, so macht es den Maschinen nichts aus wenn mal eine oder zwei Bohrungen ohne Wasser ausgeführt werden. ACHTUNG: Hierbei ist aber zu beachten das unbedingt mit einer Staubabsaugung gearbeitet wird. Die entsprechenden Adapter werde ich unten verlinken.

 

 Als erstes möchte ich hier auf die BOSCH GDB 350 WE Professional vorstellen. Hier handelt es sich um einen kraftvollen Bohrmotor mit 3200 Watt Nennleistung 230V, der für Beton / Stahlbetonbetohrungen mit Spülwasser ausgelegt ist. Durch das geringe Gewicht von nur 11,9Kg ist die GDB 350 noch sehr gut handelbar, gerade bei Bohrungen bei denen die Arbeit von einer Leiter oder Gerüst aus aus nötig ist. Dank des kraftvollen Motors sind auch in Einzelfällen mal Bohrungen von 400mm Bohrdurchmesser möglich. Man sollte jedoch immer beachten die Maschine nicht zu überlasten!

Mit dem Bohrständer Fleika KF250, unten angeboten von ADT als HS 250 / KF250 eine super Bohrkombi! Für Bohrungen ab 350mm wird der Bohrständer ADT FLEIKA HS 400/ KF 400 benötigt.

Diese Bohrständer aus Edelstahl bestechen Fleika typisch durch absolute Präzession, Robustheit, Langlebigkeit und Leichtgängigkeit. Eine Neigung von 60° nach vorn oder hinten lässt sich ebenfalls stufenlos einstellen!

Absolut Top!

Die WEKA DK 42 B ist ein sehr kraftvolles Kernbohrgerät mit 3900Watt, 400V Starkstrom, und 3 Gängen. Sie ist ausgelegt für Bohrbereiche von 70 bis 400mm Durchmesser.

Dieses Gerät ist erfahrungsgemäß sehr Robust und langlebig, dank des kraftvollen Motors sind vereinzelt auch Bohrungen bis 600mm Bohrdurchmesser in  älteren Betondecken z.B. in Altbauten möglich. Jedoch sollte auch hier beachtet werden den Bohrmotor nicht zu überlasten!

Passend zu diesem Bohrmotor sind folgende Bohrstative zu empfehlen. Für Bohrbereiche bis 300mm reicht hier der ebenfalls der Bohrständer  ADT HS 250 / KF 250 von FLEIKA. Für Bohrungen ab 325 - 500 mm würde ich hier den ADT HS 400 / FLEIKA KF 400 einsetzen. Für Bohrungen die Größer als 500 mm sind würde ich hier zu dem Monsterständer von FLEIKA dem HS600 / KF600 raten.


Hier findet Ihr weitere brauchbare Bohrständer / Bohrstative der Firmen Eibenstock, ADT und Milwaukee zum kaufen im Überblick. Auch findet Ihr hier passend dazu einen super Bosch Professional Werkzeugschlüssel Satz.


Ein besonders wichtiges Thema beim Kernbohren mit Bohrstativen ist die Befestigung der Bohrständer.

Es ist zwingend erforderlich dass das Bohrstativ richtig fest sitzt, dass die Betondübel / Einschlagdübel oder Schraubdübel bei Mauerwerk (RAWL ANKER) fest im Beton oder im Mauerwerk sitzen. Andernfalls besteht die Gefahr dass der Ständer sich beim bohren lockert, und im schlimmsten Fall von der Wand fällt.

  • Befestigung in Beton: Hier wird ein Loch mit einem Schlagbohrer meist 15 oder 16mm Durchmesser (Je nach Dübel) in die Betonwand gebohrt, die Bohrtiefe sollte idealer Weise 0.5 - 1cm tiefer sein als der Dübel lang ist. Das Bohrloch wird anschließend ausgesagt, der Dübel eingesetzt und mit einem Fäustel und Setzeisen Eingeschlagen. Jetzt kann die Kordelgewindestange eingeschraubt und der Bohrständer mit der Schraubmutter daran befestigt werden. 
  • Befestigung im Mauerwerk: Eine Befestigung im Mauerwerk stellt sich oft als etwas schwierig heraus, da die Bohreinheit doch ein relativ hohes Gewicht hat, und im ausgefahrenen Zustand eine große Hebelwirkung entwickelt. Mit den herkömmlichen Schraubankern, oder gerne als RAWL Anker bezeichnet, kommt man in Hohlblocksteinen, Bimsstein, Ytong etc. meist nicht weit, hier halten die Schraubdübel meist die hohe Belastung nicht aus. Daher folgender Trick: Bohrt ein 20mm Loch durch die komplette Wand, schiebt ein ausreichend langes 18mm Armierungseisen durch das gebohrte Loch, und kontert diese von der Hinterseite mit einer Passenden Flügelschraube. Jetzt kann die Kernbohreinheit problemlos, und vor allem sicher an der Wand befestigt werden ;-)
  • Befestigung in anderen Steinarten: Für Naturstein, Sandstein, oder Kalksandsteinwände oder Kellersteinen können Schraubanker meist Problemlos verwendet werden. Dennoch ist auch hier auf optimale Festigkeit zu achten! Seit Ihr euch nicht sicher, dann verwendet ebenfalls eine Ankerstange aus Armierungseisen!

Es ist darauf zu achten dass die Betondübel / Schraubdübel eine Zulassung für Kernbohrständer haben!

Hier habe ich euch folgende Artikel und Befestigungs Sets verlinkt, die bei mir auch selbst zum Einsatz kommen.

Auch findet Ihr hier die passenden Bosch 7x SDS Bohrer dazu, mit denen ich extrem zufrieden bin.

Bitte auf den richtigen Durchmesser achten!


Kommen wir zu den Bohrkronen. Die beste Maschine nutzt leider nicht viel wenn man mit einer minderwertigen Bohrkrone arbeitet. Daher ist auch hier geraten nicht gerade eine billig "China Kronen" zu kaufen.

Eine Diamantbohrkrone ist ein "Hohlborer" der oben mit Diamantbesetzten Segmenten besetzt ist. Bei bohren ist es ganz wichtig die Segmente nicht zu überhitzen, daher ist immer auf die richtige Drehzahl des Bohrmotors, auf ausreichend Kühlung entweder durch Spülwasser, oder bei Trockenbohrungen durch ausreichend Luftzirkulation bei Absaugung mit einem Staubsauger zu achten! Bei Überhitzung drohen sich die Segmente abzulöten, dies führt oft zum festsetzen der Bohrkrone, welche im schlimmsten Fall aus der Wand gestemmt werden muss!

 

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Nass- und Trockenbohrkronen.

  • Eine Nassbohrkrone ist, wie der Name schon sagt, für Bohren mit Spülwasser gedacht. Einsatzgebiete sind grundsätzlich alle Arten von Stein, Natursteine, Beton & Stahlbeton. Bohrungen ohne Wasser in weichen Ytong Stein, oder roten Hohlbock- & Bimsstein sind mit Staubabsaugung ebenfalls problemlos möglich. TIP: Ich persönlich würde immer zu Bohrkronen mit spitz zulaufenden "Dachsegmenten" raten, da hier das anbohren erheblich leichter von statten geht ;)
  • Trockenbohrkronen finden Anwendung ausschließlich in weicherem Mauerwerk, weichem Sandstein, Bimsstein. Der wesentliche Unterschied darin, dass die Krone hier weniger Segmente hat. Dies hat den Hintergrund um einen besseren, und auch kühlenden Luftstrom durch den Sauger zu generieren.

Bohrkronen gibt es in verschiedenen Arbeits- / Nutzlängen zwischen 30 und 50cm. Als für mich optimal haben sich Bohrkronen mit der Arbeitslänge von 40cm erwiesen.

 

Hier folgende Empfehlungen für Nass- und Trockenbohrkronen 

Die Diamant Nass-Bohrkrone in der Größe Ø 57 x 200 mm ist für professionelle Kernbohrmaschinen geeignet

Anwendung: zum Bohren von harten Zuschlagsstoffen, Stahlbeton, Ziegel, Mauerwerk, Klinker, Kalksandstein

Details: Nutzlänge: 400 mm, Segmenthöhe: 11 mm (mit Lötfuß), Anschluss: UNC 1¼

Die Bohrkrone ist Made in Germany und stammt aus eigener Herstellung.

Die Diamant Bohrkrone ist nicht geeignet für normale Bohrmaschinen oder Bohrhämmer.

Der Preis hängt von dem benötigten Durchmesser ab, dieser ist frei wählbar.

Die Trocken-Diamantbohrkrone mit dem Durchmesser von 52 mm - 250mm und einer Nutzlänge von 400 mm lässt sich tadellos für die folgenden Anwendungsbereiche verwenden: Mauerwerk, Estrich & Ziegel, harter Kalksandstein, Poren- & Gasbeton, Schamott.
Dank der einwandfreien Qualität und dem hohen Diamantanteil ermöglicht die Bohrkrone ein sehr schnelles und sauberes Bohren. Sie hat eine gute Standzeit bei einem sachgerechten Einsatz im empfohlenen Anwendungsbereich. Die Bohrkrone eignet sich sowohl für den ständer- als auch für den handgeführten Gebrauch.

Der Preis hängt von dem benötigten Durchmesser ab, dieser ist frei wählbar.

Für besonders harte Materialien, und sehr stark armierten Beton mit hohem Eisenanteil kann ich folgende Bohrkrone Empfehlen.

Auch hier richtet sich der Preis nach dem Durchmesser, welcher frei wählbar ist.

Zubehör für Diamantbohrkronen:

Solltet Ihr mal eine dickere Wand durchbohren wollen, und die Länge der Bohrkronen nicht ausreicht, so besteht die Möglichkeit mit einer Bohrkronenverlängerung zu arbeiten. Diese Verlängerungen gibt es in verschiedenen Längen von gewöhnlich 10cm, 20cm, 30cm, 40cm und 50cm, und lassen sich problemlos beliebig aneinander schrauben. Auf diese Weise habe ich schon ganze Fundamente von Treppenhäusern mit über 3m durchbohrt. 

Neben den Bohrkronenverlängerungen verlinke ich euch hier auch noch diverse Bohrkronenadapter die gelegentlich gebraucht werden. Z.B. 1 1/4" auf SDS Max, und SDS Plus, als auch 1 1/4" auf 1/2" Zapfen.